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Mobile Testing – Wie funktioniert das?

Nachdem wir uns am Anfang der Ausbildung mit dem Testen einer Webapplikation auseinandergesetzt haben, konnten wir nun eine mobile App testen. Mein erster Eindruck war, dass es unterschiedlicher nicht sein könnte. Was ja auch verständlich ist, beim Testen einer Webapplikation hat man andere Parameter als beim Testen einer mobilen App. Diese Parameter habe ich hier einmal angeschnitten. Im weiteren Text referenziere ich die mobile App nur als App.

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Die Unterschiede von mobile Testing

Man muss auf viele Sachen achten und vor allem auf andere Sachen als beim Testen einer Webapplikation. Was man natürlich bei beiden Tests schon am Anfang bedenken muss, ist, wer die Zielgruppe ist. Bei einer App muss man allerdings noch mal anders an die Zielgruppe herangehen. 

Man muss bedenken, welches Gerät die Nutzer am ehesten besitzen, welche Funktionen integriert sein müssen, wie alt die meisten Nutzer sind und wo sie herkommen. 

Nachdem wir erstmal die Zielgruppe festgelegt haben, gehen wir die einzelnen Bedingungen an. Welche Geräte könnte der Nutzer verwenden, das bedeutet, ist es ein Tablet oder ein Smartphone, ist es ein Android Betriebssystem oder ein iOS. Auf welchem Stand ist das Betriebssystem, wie aktuell muss das Betriebssystem mindestens sein? Könnte man die App auch auf einem Jahre alten Smartphone installieren, das schon ewig keine Betriebssystem-Updates mehr bekommt? Oder muss das Betriebssystem relativ aktuell sein? Kann man die App nur auf einem Smartphone oder Tablet installieren oder trotz allem auch auf einem PC verwenden?

Ist die App eher für Kinder, für Berufstätige oder vielleicht sogar für Rentner? Ist es eine App zum Spielen oder ist es eine App wo man Sachen kaufen kann? 

Wenn die App für Kinder ist, sollte sie eher farbenfroh sein, allerdings müssen die Sicherheitsvorrichtungen nicht allzu hoch sein. Heißt, es muss kein Konto angelegt werden, allerdings muss die App relativ einfach zu bedienen sein.

Wenn die App für Berufstätige ist, muss sie nicht unbedingt bunt sein oder sehr einfach zu bedienen sein, sie kann etwas komplexer sein als eine App für Kinder. 

Für Rentner sollten weder die Schaltflächen noch die Schriftgrößen zu klein sein.

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Sollte die App so erstellt worden sein, dass man damit Produkte kaufen kann, sollte sie eine hohe Sicherheit besitzen. So wie zum Beispiel eine Face ID oder einen Fingerabdruck. Auf jeden Fall sollte der erstellte Account über eine Passwortsicherheit verfügen wie, dass das Passwort mindestens 8 Zeichen lang sein muss, dass ein Sonderzeichen und eine Zahl vorhanden sein muss. 

 Und wenn die meisten Nutzer aus Amerika kommen, sollte die Grundeinstellung der App auf Englisch sein. Man kann später immer noch weitere Sprachen hinzufügen. Ebenso sollte man in anderen Kontinenten relativ schnell Englisch hinzufügen, da es die Weltsprache ist und da alleine 373 Millionen Menschen Englisch als Muttersprache haben und sehr viele Menschen Englisch als zweite Sprache lernen. Im Vergleich gibt es gerade mal 76 Millionen deutsche Muttersprachler. Das ist ein Unterschied von fast 300 Millionen Menschen.

Mobile Testing: Sensoren 

Nachdem wir also die Zielgruppe festgelegt haben, muss man sehen, welche Funktionen/Sensoren in der App verwendet werden müssen beziehungsweise  sollten. Es gibt heutzutage viele verschiedene Sensoren, die im Handy integriert sind. Die häufigsten Sensoren sind: Face ID, Fingerabdrucksensor, Helligkeitssensor, GPS, Rotationssensor, Mikrofon, Näherungssensor, Beschleunigungssensor, Pulsmesser und Bildsensor. 

Nun muss sich der Hersteller natürlich überlegen, welche Sensoren er in seine App integrieren möchte. Manche Sensoren braucht man für eine App auf jeden Fall und mache überhaupt nicht. 

Zum Beispiel braucht man für eine Spiel-App keine Face ID. Man kann dann eine Face ID integrieren, wenn es In-App-Käufe gibt. Damit die Kontosicherheit gestattet ist. 

Man braucht allerdings auf jeden Fall einen GPS- und Beschleunigungssensor für eine Karten-App. 

Was man noch beachten muss, ist, wo die App verwendet wird. Wird sie am ehesten zu Hause verwendet, wo eine stabile Internetverbindung existiert oder wird die App eher draußen verwendet, wo mal schlechter Empfang oder auch gar keiner ist? Braucht die App überhaupt eine Internetverbindung oder würde sie auch ohne funktionieren? Außerdem kann es sein, dass es draußen auch mal regnet. Wie reagiert die App bei Regentropfen auf dem Display?

Jetzt müssen wir uns anschauen, wie die App verwendet wird. Heißt, wird der Nutzer die App im Porträt-Modus oder im Landscape-Modus verwenden? Könnte der Nutzer Anrufe oder Benachrichtigungen bekommen und wenn ja, wie reagiert die App darauf? Stürzt die App ab oder kann sie weiter verwendet werden?

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Berechtigungen

Zuletzt muss man der App eventuell erlauben, auf einige Daten oder Funktionen vom Handy zugreifen zu können. 

Folgende Berechtigungen muss man der App eventuell erlauben. 

Zugriff auf: Kamera, Kontakte, Kalender, Mikrofon, Fotos, Medien, Daten, Standort, Telefon oder auch Aktivitätsdaten. 

Was passiert, wenn ich der App gewisse Berechtigungen verweigere oder nur einmalig akzeptiere? Ist es überhaupt notwendig, dass die App auf die Kontakte zugreift oder auf die Kamera?

Los gehts mit dem Testen 

Da ich jetzt wusste, was ich alles beim Testen einer App berücksichtigen muss, konnte ich mich daran machen meine erste App zu testen. Ich habe mich erst mal im Internet informiert, womit die App wirbt. Heißt, welche Funktionen sie besitzt. Und was ich alles an der App testen kann.

Nachdem ich das gemacht habe, habe ich mir die App heruntergeladen und habe mir ein Nutzerkonto erstellt. Dafür musste ich die AGBs akzeptieren. Ich habe getestet, was passiert, wenn ich die AGBs nicht akzeptiere. Das Resultat war, dass ich die App nicht mal öffnen konnte. Nachdem ich mein Konto erstellt habe, musste ich mir erstmal einen Überblick über die App verschaffen. Dafür habe ich eine Function-Tour gemacht. Diese hat mir geholfen, zu verstehen, was und wie ich die App testen kann.

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Testverfahren: Heuristiken & Szenario basiertes Testen 

Ich habe die App mit Heuristiken und Szenarien getestet. Durch diese beiden Arten des Testens habe ich sehr viel herausfinden können. Ich habe sogar ein paar Bugs gefunden. 

Die Heuristiken, die man bei einer App verwendet, sind natürlich nochmal anders als die Heuristiken, die man bei einer Webapplikation verwendet. Zum Beispiel testet man, wie hoch der Akkuverbrauch ist oder wie die App auf verschiedene Gesten reagiert. 

Was passiert, wenn ich den Finger länger auf dem Display gedrückt halte oder wenn ich nur sehr kurz auf das Display drücke. 

Während ich die App durch die Heuristiken eher verifiziert habe, habe ich die App durch die Szenarien validiert. Ich habe mir also kurze Szenarien überlegt und diese ausgeführt. Zum Beispiel, wie man den Dark Modus in den Light Modus wechseln kann oder wie ich mein Konto löschen beziehungsweise bearbeiten kann.

Testing Session mit dem Coach

Durch die Testing Session mit unserem Coach habe ich gelernt, dass ich noch kritischer an die Informationen, die von der App bereitgestellt werden, rangehen muss. Ich habe bei der App, die wir getestet haben (eine Fitness App) nicht hinterfragt, ob die Informationen so stimmen, wie sie da stehen. In Zukunft sollte ich dem nochmal nachgehen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden war, wie ich an die Tests herangegangen bin.

Zusammenfassung

Nachdem ich also die App zuerst recherchiert habe und sie mir installiert habe, habe ich ein Konto erstellt und eine Function-Tour durchgeführt. Nun habe ich die Heuristiken und die Szenarien durchgeführt. Im Anschluss hatte ich eine Teamsitzung, wo ich mit zwei Teamkollegen die App getestet habe. Im Allgemeinen haben wir alle drei die App gleich getestet und in etwa das Gleiche über die App herausgefunden. Somit würde ich sagen, dass ich sehr zufrieden mit meinem Ansatz beim Testen einer App bin.

Julia Bill

Julia Bill

Softwaretesterin in Ausbildung

Julia hat 2019 die Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Radiologieassistentin abgeschlossen und ist seit 2021 als Teamleitung in der Nuklearmedizin tätig.